ISA MELSHEIMER
Kontrastbedürfnis
12. Juli – 4. Oktober 2015

Die in Berlin lebende Künstlerin Isa Melsheimer (*1968) beschäftigt sich mit urbanen Lebensräumen und den Bedingungen ihrer Gestaltung und Veränderung. Das Formenvokabular moderner Architektur interessiert sie dabei ebenso wie städtebauliche Szenarien und die Dynamik sozialer Spannungen. Auf die konkreten Orte ihrer Ausstellungen reagierend, entwirft Melsheimer komplexe Rauminstallationen mit überraschenden Maßstabssprüngen, Perspektivwechseln und Materialkontrasten. Neben Plastiken aus Beton, Glas oder Keramik finden sich in ihren modellhaften Versuchsanordnungen auch bestickte Vorhänge, Arrangements aus gesammelten Objekten oder Ensembles aus lebenden Pflanzen. Die skulpturalen Arbeiten werden von Gouachen begleitet, in deren Bildwelten sich Zitate aus den Bereichen Kunst, Architektur, Design und Popkultur überlagern und durchdringen. Ihren Ausstellungstitel hat Isa Melsheimer einem Text entnommen, den der Architekt des Ernst Barlach Hauses, Werner Kallmorgen, 1960 veröffentlichte. Sein Plädoyer für ein "Kontrastbedürfnis" im Gestalten, Betrachten und Erleben von Architektur ist Ausgangspunkt für Melsheimers künstlerische Exkurse in die Hamburger Bau- und Stadtkultur. Mit Witz und Hintersinn nimmt sie dabei neben dem 1962 eröffneten Ernst Barlach Haus noch weitere markante Gebäude von Werner Kallmorgen ins Visier, erkundet seine funktionalen Architekturen und ihre teils dysfunktionale(n) Geschichte(n). Ihr Motto für den Ausstellungsparcours: "Zurück in die Zukunft – Fehlerbeseitigung".
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Kuratorenführungen
Dienstag, 14. Juli und 1. September 2015, jeweils 18 Uhr

Künstlergespräch mit Katalogvorstellung
Sonntag, 6. September 2015, 12 Uhr

Die Ausstellung ist ein Beitrag zum

architektursommer

 

Umlauftank, 2012
Postmoderne Ruine, 2013
We are Concrete, We are…. (V), 2014
0-Houses, 2012

© Isa Melsheimer; Fotos: Andrea Rossetti, Anette Kradisch