KARL BALLMER
Kopf und Herz
5. März – 18. Juni 2017

1922 kam der Aarauer Maler und Literat Karl Ballmer (1891–1958) nach Hamburg, und bis zu seiner unfreiwilligen Rückkehr in die Schweiz 1938 blieb die Hansestadt seine Wahlheimat. Hier schuf der anthroposophisch orientierte Avantgardist, der sich um 1930 der Hamburgischen Sezession anschloss, eine Kunst, die nach Essenz sucht und ins Universelle weist.
Seit den späten 1920er Jahren gestaltete Ballmer Porträts, Figuren- und Landschaftsbilder von suggestiver Wirkung: geheimnisvoll, archaisch, gleichnishaft. In ihrer eigenwilligen Verschränkung von Intellekt und Intuition faszinierte Ballmers Malerei schon namhafte Zeitgenossen: Der Schriftsteller Samuel Beckett zeigte sich bei einem Hamburgbesuch 1936 nachhaltig beeindruckt, und Max Sauerlandt, der progressive Direktor des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, zählte schon früh zu Ballmers überzeugten Förderern und Freunden. Anerkennend schrieb er über dessen Bilder: „Die phänomenale Wirklichkeit eines Augenerlebnisses ist anschaubare Empfindung, anschaubare Idee geworden.“
Kopf und Herz
ist Ballmers erste Einzelschau in Hamburg seit 85 Jahren. In Kooperation mit der Karl Ballmer-Stiftung und dem Aargauer Kunsthaus in Aarau versammelt sie rund fünfzig bedeutende Gemälde und Arbeiten auf Papier.

Die Ausstellung wird unterstützt von

VERANSTALTUNGEN

Sonntag, 19. März 2017, 12 Uhr
Karl Ballmer, Max Sauerlandt und die Hamburgische Sezession um 1930
Friederike Weimar und Rüdiger Joppien im Gespräch über Ballmers Freunde und Förderer

Dienstag, 28. März 2017, 18 Uhr
Kuratorenführung
Ausstellungsrundgang mit Karsten Müller

Sonntag, 30. April 2017, 12 Uhr
Karl Ballmer, Rudolf Steiner und die Anthroposophie
Karsten Müller und Ulrich Kaiser im Gespräch über Ballmers Theorie und Praxis

Dienstag, 16. Mai 2017, 18 Uhr
Kuratorenführung
Ausstellungsrundgang mit Karsten Müller

 

 

Karl Ballmer
Halbfigur (Selbstbildnis), um 1932
Aargauer Kunsthaus, Aarau /
Depositum der Karl Ballmer-Stiftung
© Karl Ballmer-Stiftung, Aarau
Foto: Jörg Müller