Wiederentdeckt: WALTER GRAMATTÉ (1897–1929)
26. Oktober 2008 – 1. Februar 2009

Walter Gramatté – Expressionist der „Zweiten“ oder „Verschollenen Generation“, befreundet mit Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff – war Maler, Zeichner, Grafiker. Sein Werk ist vielschichtig, und obgleich Verbindungen zur symbolistischen, expressionistischen und surrealistischen Kunst bestehen, ist seine Bildsprache doch so eigenständig wie einprägsam.

Mit der Absicht, „zufallslose Magie zu schaffen“, malte Gramatté ausdrucksstarke Landschaften, Stillleben und Interieurs, vor allem aber widmete er sich dem Bild des Menschen: In seinen Figurenbildern, Porträts und Selbstbildnissen stellte er existenzielle Zustände wie Furcht und Schmerz dar. Ein vorzeitiger Tod beendete das viel versprechende Œuvre, das bis heute einem breiten Publikum zu wenig bekannt ist.

In der gemeinsam mit dem Kirchner Museum Davos erarbeiteten Ausstellung folgt das Ernst Barlach Haus nun dem Leben und Wirken des Künstlers, der schon früh wichtige Freunde und Förderer in Hamburg fand. Rund 90 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, druckgrafische Werke, illustrierte Mappen und Bücher – meist selten gezeigte Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen – lassen Gramattés kurzes, aber intensives Schaffen neu erlebbar werden.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Textbeiträgen, zahlreichen farbigen Abbildungen und Literatur der 1920er Jahre im DuMont Buchverlag, Köln (176 Seiten, Deutsch/Englisch, gebunden, Museumsausgabe 29 Euro).

Walter Gramatté: Selbstbildnis (Paris), 1922, Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf
Walter Gramatté: Der Kranke mit den Blumen, 1918, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Pinakothek der Moderne
Walter Gramatté: Morgen am Meer (Hiddensee), 1921, Privatbesitz; Foto: Walter Klein, Düsseldorf
Walter Gramatté: Mädchen am Spiegel, 1921, Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf
Walter Gramatté: Stillleben mit Uhr und Tulpentopf, 1921/22, Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf
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